Ökologische Funktion der Hecken

Naturnahe Hecken – blühende Landschaft!

 

In unseren oft ausgeräumten Landschaften können Hecken eine Bereicherung sein und zum Erhalt der Artenvielfalt, zur Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen beitragen. Umweltschützer setzen sich daher für den Erhalt bestehender und die Anlage neuer Hecken ein. Diese erfüllen vielfältige Aufgaben und dienen nicht zuletzt unseren Bienen und Vögeln als Nahrungsquelle.

 

„In einer Zeit, wo die Arten nur so wegsterben“ ist es nach Hermann Benjes* unverzeihlich, wenn Hecken vernichtet oder durch unsachgemäße „Pflege“ zu funktionslosem Grün verstümmelt werden. Oft wird auf die vielfältigen ökologischen und ökonomischen Vorteile hingewiesen, die echte Hecken (mehrreihig, ca. 4 m breit, altersgestuft, buchtig, bestehend aus verschiedenen, standortgerechten Sträuchern und wenigen die Sträucher überragenden Bäumen, mit Saumzone) nicht nur im Naturkreislauf, sondern auch für Landwirtschaft und Tourismus haben. Wer gern als Wanderer oder Radfahrer in schöner Natur unterwegs ist, weiß den Anblick und die Wirkungen der Hecken zu schätzen.

 

Foto von schöner (blühender) Hecke bei Groß-Sachau (Wendland)

 

Restbestände sichern

Ein  Arbeitskreis Heckenschutz (AKH) beobachtet seit Jahren landesweit den Niedergang der restlichen Hecken und ein Vordringen der „Agrarwüsten“.  So verschinden überall Wege, Wegränder, Brachflächen, Heckenlinien, Grasland – besonders im Zuge einer naturfernen EU-Agrarpolitik. Deshalb stellen die „Heckenschützer“ deutlich immer wieder die ökologischen Vorteile  einer  von Heckenbändern und „Biotopverbundlinien“ durchzogenen Kulturlandschaft heraus: Klimaregulation, Überlebensgrundlage für Tier- und Pflanzenarten, Wind- und Sonnenschutz, Bienenweide, Luftreinhaltung, Schutz vor Bodenerosion, Ertragssteigerung, Sicherung des Erholungswertes der Landschaft…).

Vielfach sind die Reste der Wall-Hecken jedoch schon zu Baumreihen degradiert.

Diese können nur durch eine planvolle Pflege über Jahre wieder in bedeutsame Hecken verwandelt werden. Die Auswahl der über 3 bis 4 aufeinanderfolgende Jahre abzuholzenden Bäume sollte am Schreibtisch – möglichst fotogestützt – geplant werden. Das dabei anfallende Gestrüpp kann gleich für den Umwandlungsprozess verwendet werden. Die Erlöse aus dem Verkauf von Holzmaterial können für die Pflege und somit auch für die erforderliche Neuanpflanzung einer Vielfalt von standortgerechten Sträuchern genutzt werden.

Am Kanal bei Schermbeck/Dorsten

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Der wunderbare Film über die bedrohten Arten und die Notwendigkeit von Hecken und Biotopverbundlinien:
"Oasen in der intensiven Agrarlandschaft":

http://www.youtube.com/watch?v=iG6pu6XpP7Y&feature=player_embedded

Aber auch der Film von D. Wieland "Grün kaputt" ist immer noch oder erst recht aktuell:
http://www.youtube.com/watch?v=h464P_ztgfg

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Neue Hecken richtig anlegen

Eine gute Methode zur Neuanlage von naturnahen Hecken ist die „modifizierte Benjeshecke“*. Dabei wird Gestrüpp nicht verbrannt oder gehäckselt, sondern –mit einigen einzupflanzenden Sträuchern für den Start- für den Aufbau einer neuen Hecke genutzt. Den Rest besorgen die Vögel.

 

Hier ggf. folgender link:

http://www.heimat-fuer-tiere.de/deutsch/projekte/benjeshecken.shtml

und/ oder:

http://naju-wiki.de/index.php/Bau_einer_Benjeshecke

 

 

 

Richtige Pflege

Eine naturgemäße Pflege der Hecken geschieht immer abschnittweise und planmäßig nach einer Begehung, bei der die Pflegeabschnitte festgelegt werden. Eine Heckenlinie von etwa 100 m ist in Pflegeabschnitte einzuteilen. Entsprechende Kennzeichnungen sollten in der Hecke angebracht werden. Die in der Hecke gewollten höheren Bäume (3 bis max. 10 je 100 m) werden besonders gekennzeichnet.

Hat die Hecke etwa ein Alter von 10 Jahren erreicht, werden die Gehölze im ersten Abschnitt 20 cm über dem Boden sauber abgesägt. Da pro Jahr höchstens 20 % der Abschnitte „auf den Stock“ gesetzt werden, ergibt sich ein Durchpflegen des gesamten Heckenabschnitts innerhalb von 5 Jahren (10. bis 14. Jahr), wobei die jährlichen Pflegeabschnitte in der Abfolge nicht nebeneinander liegen. Bei dieser „20-%-Pflege“ wird eine buchtige Heckensilhouette und eine gute Altersstufenvielfalt erzielt, die in Kombination mit einer anzustrebenden, standortgerechten Sträuchervielfalt zu einer geradezu sensationellen Artenvielfalt in der Hecke führen kann. Anschließend gibt es in dem durchgepflegten Heckenabschnitt 5 Jahre keinen Eingriff.
Hecken dürfen niemals maschinell verstümmelt oder durch einen Flankenschnitt in ihrer Funktion beeinträchtigt werden (verheerender ästhetischer Eindruck, Zerstörung der ökologischen Heckenfunktion, keine Altersstufenvielfalt und Beschleunigung des Artensterbens, Windtunneleffekte durch „Hecken wie Mauern oder Spaliere“).

 

Hier: ggf. links wie:

http://uelzen.bund.net/wofuer_setzen_wir_uns_ein/biotoppflege/heckenpflege/unser_verfahren/

oder auch:

http://www.bluehende-landschaft.de/fix/docs/files/ak-heckenschutz-vorschlaege-pflegerichtlinie.pdf

 

Der AKH hat ein Antragsmuster/Konzept für neue Hecken und Pflegehinweise entwickelt, die jeder abrufen kann: http://www.hecke.wg.vu  (info@heckenschutz.de).

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*Buchtipp:    
Hermann Benjes: Die Vernetzung von Lebensräumen mit Benjeshecken
Natur & Umwelt Verlags GmbH, Bonn, 1998, 5. überarbeitete Auflage
ISBN: 3-924749-15-9

In einer humorvollen Sprache erläutert der Autor die herausragende ökologische Bedeutung der Hecken für die Kulturlandschaft und erklärt, wie man eine solche anlegt und richtig pflegt.

 


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